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Recipe: Laktoseintoleranz
März 23, 2009
Die Laktoseintoleranz wird oftmals auch als Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktasemangelsyndrom bezeichnet. Hierbei wird das Verdauungsenzym Laktase gar nicht oder nur in sehr geringen Mengen vom Körper produziert, so dass der mit den Lebensmitteln aufgenommene Milchzucker nicht verdaut werden kann. Alle Säugetiere bilden in der Regel das Enzym, wenn sie Muttermilch erhalten.
Es sorgt dafür, dass der Milchzucker in Glukose und Galaktose gespalten werden kann. Im Fall einer Laktoseintoleranz gelangt dieser Milchzucker allerdings ungespalten in den Dickdarm. Darmbakterien nehmen diesen dann auf und vergoren es. Das Gärungsprodukt verursacht anschließend unter anderem Blähungen und Durchfall. Ist das Verdauungsenzym Laktase gar nicht vorhanden, können auch weitere Symptome auftreten. Bei der Aufnahme von Fruchtzucker können ähnliche Symptome auftreten. Milchzuckerunverträglichkeit ist also ein Enzymmangel und darf nicht mit der seltenen Milcheiweißallergie verwechselt werden. Diese tritt häufiger bei Kleinkindern auf und ist eine aktive allergische Immunreaktion und nicht wie bei Laktoseintoleranz ein Enzymmangel. Oftmals wird durch ähnliche Symptome fälschlicherweise vermutet, dass der Betroffene unter dem Reizdarmsyndrom leidet, deshalb wissen viele Menschen gar nicht, dass sie eine Laktoseintoleranz haben.
Laktoseintoleranz in der Bevölkerung
In afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Staaten leiden über 90 Prozent der Bevölkerung an Laktoseintoleranz. Dort ist das Fehlen des Verdauungsenzyms Laktase also ein Normalzustand, was sich auch in den Essgewohnheiten bemerkbar macht. Produkte mit Milchzucker werden dort gar nicht bzw. nur in sehr geringen Mengen verspeist. In den Ländern mit hauptsächlich hellhäutigen Menschen, wie in Westeuropa, Nordamerika und Australien, leiden nur etwa 5 bis 15 Prozent der Erwachsenen unter Laktoseintoleranz. Da in diesen Ländern schon vor langer Zeit Milchzucker in den Lebensmitteln enthalten war, haben sich vor etwa 1500 bis 2000 Jahren die Gene entsprechend verändert, so dass die Produktion des Laktase-Enzyms begann. Allerdings besitzen es nicht alle Menschen in diesen Regionen. Theoretisch könnte es damit zu tun haben, dass die Vorfahren des Menschen mit Laktoseintoleranz aus Ländern stammten, die solch eine genetische Veranlagung zur Produktion des Enzyms nicht besaßen. Es besteht die Annahme, dass die Laktase-Produktion im Erwachsenenalter abnimmt, außer bei Völkergruppen, die bereits Jahrtausende Milchwirtschaft betreiben. Dort hat sich das für die Laktase-Produktion zuständige Gen weiterentwickelt, sodass sich auch bei Erwachsenen die Produktion nicht verringert.
Ursachen einer Laktoseintoleranz
Die Ursachen einer Laktoseintoleranz können sehr unterschiedlich sein. Eine Milchzuckerunverträglichkeit oder auch ein Laktosemangel kann aufgrund eines Gendefektes angeboren sein, jedoch auch durch eine Erkrankung im Verdauungssystem hervorgerufen werden. Hierbei kommt es zur Schädigung der laktoseproduzierenden Zellen. Die natürliche Michzuckerunverträglichkeit entwickelt sich nach der Stillzeit und ist davon abhängig, zu welcher Völkergruppe man gehört, denn in Bevölkerungsgruppen aus Afrika, Südamerika und Asien werden beispielsweise in der Regel keine Produkte mit Milchzucker vertragen. Die Ursachen für eine Laktoseintoleranz können auch sekundär durch virale oder bakterielle Magen-Darm-Grippe, chronische Darmerkrankungen, Kurzdarmsyndrom, Mangelernährung oder chonischem Alkoholmissbrauch auftreten.
Symptome und Folgen einer Laktoseintoleranz
Nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Laktose gelangt der Milchzucker bei Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit unverarbeitet in den Dickdarm, dort wird die Laktose als Nährstoff gedeutet. Die Folge sind speziell riechende Blähungen, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Völlegefühl, Erbrechen, Kreislaufprobleme und Durchfall. Je höher die konsumierte Menge ist, desto stärker treten die Symptome auf. Sehr geringe Mengen Milchzucker können von manchen Menschen mit Laktoseintoleranz jedoch problemlos ohne Auftreten von Symptomen vertragen werden. Häufige und starke Durchfälle verursachen Reizungen an der Darmschleimhaut. Außerdem kann in solchen Fällen die Aufnahme wichtiger Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe gestört werden und es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Je nach Langfristigkeit und Ausmaß des Durchfalls kann es zu Schädigungen am Dünndarm kommen. Neben den körperlichen Symptomen können ebenso auch seelische Symptome bei einer Milchzuckerunverträglichkeit auftreten, wie zum Beispiel Antriebsschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, Nervosität und Erschöpfungszustände. Im schlimmsten Fall können auch Depressionen als seelisches Symptom auftreten.
Diagnose der Laktoseintoleranz
Eine Diagnose von Laktoseintoleranz kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Für eine Selbstdiagnose gibt es zwei Möglichkeiten, der Diättest und der Expositionstest. Beim Diättest hält der Betroffene eine konsequente mehrtägige Diät mit Lebensmitteln, die kein Laktose beinhalten. Dabei ist darauf zu achten, dass in zahlreichen Lebensmitteln Laktose versteckt enthalten ist, wie in Fertigprodukten. Eine Milchzuckerunverträglichkeit ist sehr wahrscheinlich vorhanden, wenn dann in dieser Zeit keine Symptome mehr auftreten. Der Expositionstest kann die Laktoseintoleranz dann bestätigen. Bei diesem Test sollte der Betroffene einige Tage keine laktosehaltigen Lebensmittel verzehren. Anschließend besorgt man sich in einer Drogerie oder Apotheke 50 bis 100 g gelösten Milchzucker, füllt diesen in ein Glas mit Wasser und trinkt dann das Glas aus. Bei einer vorliegenden Milchzuckerunverträglichkeit treten dann innerhalb einiger Stunden sämtliche Symptome auf.
Ärztlich durchgeführte Tests sind jedoch die eindeutigsten. Zur Diagnose benutzen Ärzte in der Regel einen H2-Atem-Test, Blutzucker-Test, Gentest oder eine Biopsie. Beim H2-Atem-Test wird überprüft, ob sich in der Atemluft Wasserstoff befindet. Hierzu nimmt der Betroffene eine bestimmte Menge Laktose oral auf. Vor und nach dieser Aufnahme wird die Atemluft gemessen. Normalerweise befindet sich kein Wasserstoff in dieser Luft. Dies bedeutet, dass bei einem vorliegenden Wasserstoffanteil eine Laktoseintoleranz vorliegt. Diese Diagnose ist allerdings nicht 100 prozentig sicher, da einige Menschen Bakterien besitzen, die den Wasserstoff zersetzen und dieser deswegen nicht durch die Blutbahn in die Lunge gelangen kann. Ein Blutzucker-Test hingegen ist sehr sicher. Bei dieser Art der Diagnose wird der Glukose-Gehalt im Blut gemessen. Zunächst wird dem Betroffenen Blut abgenommen, dann nimmt dieser etwa 50 g Laktose zu sich. Jeweils eine und zwei Stunden nach der Aufnahme der Laktose wird dem Betroffenen nochmals Blut abgenommen. Steigt der Glukose-Gehalt im Blut an, lautet die Diagnose Laktoseintoleranz. Seit einiger Zeit kann eine Milchzuckerunverträglichkeit auch mit einem Gentest diagnostiziert werden. Für einen Gentest genügt ein Wangenschleimhautabstrich bei dem Betroffenen. Eine seltenere Variante der Diagnosen ist die Biopsie. Hierbei wird eine Gewebeprobe des Dünndarms entnommen und anschließend untersucht.
Behandlung einer Laktoseintoleranz
Bei einer angeborenen und natürlichen Laktoseintoleranz sind die Erfolgschancen einer erfolgreichen Behandlung sehr niedrig. Doch wenn die Ernährung auf Lebensmittel mit sehr wenig oder gar keiner Laktose umgestellt wird, können die Auswirkungen und Symptome auf das Minimum reduziert werden. Auf dem Markt werden mittlerweile einige Milchprodukte mit sehr niedrigem Gehalt an Laktose angeboten, wie zum Beispiel Milch, Joghurt, Käse, Quark und Sahne. In vielen Lebensmittelprodukten ist Laktose aufgrund positiver Geschmacksbeeinflussung enthalten, in denen es nicht vermutet wird, wie beispielsweise in Getreideriegeln, Broten, Wurstwaren, Fertiggerichten, Würzmischungen, Bonbons, Schokolade sowie in Tütensuppen und Tütensoßen. Dies wird auf den Verpackungen bei den Inhaltsstoffen angegeben, damit Menschen mit Laktoseintoleranz oder auch mit Allergien die Möglichkeit haben, rechtzeitig vor dem Verzehr zu erkennen, ob entsprechende Inhaltsstoffe enthalten sind. Laktose kann ebenso auch in Medikamenten enthalten sein.
Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Laktoseintoleranz ist das Aufnehmen des Enzyms Laktase in Form von Kapseln oder Kautabletten. Diese sind in Drogerien und Apotheken erhältlich. Das Abschätzen der Dosierungsmenge gestaltet sich allerdings schwierig, denn die Menge muss die Menge der Laktose in der verzehrten Speise angepasst werden. Bakteriell fermentierte Lebensmittel, wie zum Beispiel Käse, Joghurt oder Quark enthalten oftmals auch das dem Betroffenen fehlende Enzym Laktase, sodass diese Produkte in der Regel vertragen werden können und sogar die Milchzuckerverarbeitung im Körper unterstützen können. Da Menschen mit Laktoseintoleranz oftmals die Milchprodukte meiden, kann es zu einem Kalziummangel kommen. Damit dieser Mangel gar nicht erst auftreten kann, ist es wichtig, dass die Ernährung so umgestellt wird, dass genügend kalziumreiche Nahrungsmittel verzehrt werden.
Falls eine Erkrankung im Verdauungssystem die Ursache der Milchzuckerunverträglichkeit ist, kommt es in den meisten Fällen vor, dass der Mangel an Laktase nach einer erfolgreichen Behandlung der Erkrankung völlig verschwindet. Die Laktoseintoleranz bleibt in einem gewissen Maße jedoch vorhanden, wenn die Zellen, die Laktase produzieren, so sehr geschädigt sind, dass diese sich nicht erholen können.
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